
Es vibrt, leuchtet auf oder – der schlimmste Fall – liegt offen auf dem Tisch. Die Aufmerksamkeit, die dem Date gilt, wird durch das Gerät fragmentiert. Dieser Notfall ist heikel, weil es nicht um Peinlichkeit, sondern um Respekt und Wertschätzung geht. Ihr Gegenüber fühlt sich sekundär.
Ihr Notfallplan: Digitale Grenzen setzen
Prävention ist die beste Medizin: Legen Sie das Telefon beim Hinsetzen sofort mit dem Display nach UNTEN auf den Tisch oder besser: stecken Sie es in die Tasche. Sagen Sie dazu: „So, damit das Ding uns nicht stört.“ Das ist eine klare, nicht aggressive Ansage Ihrer Prioritäten.
Wenn IHR Handy stört (ein Anruf): Werfen Sie einen kurzen Blick auf den Display. Sagen Sie: „Das ist nur die Arbeit/meine Mutter. Den rufe ich später zurück.“ Drücken Sie demonstrativ auf „Stummschalten“ und drehen Sie das Gerät um. Nicht entschuldigen, sondern handeln.
Wenn SEIN/IHR Handel stört (und es Sie nervt): Warten Sie nicht, bis es Sie aufreibt. Nutzen Sie einen ruhigen Moment und einen lockeren Ton: „Du scheinst ganz schön gefragt zu sein heute! Sollen wir unser Date kurz pausieren, oder schaffen wir es, die digitale Welt für die nächste Stunde auszublenden?“ Das ist kein Vorwurf, sondern eine kooperative Lösungsidee.
Wenn Sie einen dringenden Anruf erwarten (z.B. Babysitter): Kommunizieren Sie das VORHER. „Entschuldige, dass ich das gleich vorwegnehme: Der Babysitter sagte, er könnte zwischen acht und neun anrufen. Ich muss dann ganz kurz rangehen. Ich sage das, damit es nicht unhöflich wirkt.“ Transparenz schafft Verständnis.
Deutscher Kultur-Kompass: Deutsche haben eine klare Trennung zwischen Arbeits- und Privatleben und schätzen ungeteilte Aufmerksamkeit. Wer sein Smartphone bewusst und sichtbar zur Seite legt, sendet ein starkes Signal von Respekt und Präsenz. Es zeigt, dass man den Moment und die Person vor sich wertschätzt – die höchste Form des Kompliments.
