
Nach einem Date herrscht oft ein emotionales Durcheinander: Hoffnung, Unsicherheit, Aufregung, Enttäuschung. Effektive Reflexion bedeutet, diese Wolke zu sortieren und die zugrunde liegenden Fakten und Bedürfnisse zu identifizieren.
Übung: Das Zwiebel-Modell der Emotionen
Schicht 1: Das rohe Gefühl benennen. Schreiben Sie die ersten drei Gefühle auf, die Ihnen einfallen (z.B. „verunsichert“, „gelangweilt“, „begeistert“).
Schicht 2: Der konkrete Auslöser. Fragen Sie für jedes Gefühl: „Wann genau habe ich das gefühlt?“ („Ich fühlte mich gelangweilt, ALS er 20 Minuten ohne Nachfrage über sein Arbeitsthema referiert hat.“). Das verbindet Emotion mit beobachtbarem Verhalten.
Schicht 3: Das unerfüllte Bedürfnis/Wert. Fragen Sie: „Was sagt dieses Gefühl über mein Bedürfnis in diesem Moment?“
„Verunsichert“ -> Bedürfnis nach Bestätigung oder Klarheit.
„Gelangweilt“ -> Bedürfnis nach Austausch, Resonanz oder intellektueller Stimulation.
„Begeistert“ -> Bedürfnis nach Verbindung und geteilten Werten wurde erfüllt.
Beispiel aus der Praxis:
Gefühl: „Ich war nach dem Date niedergeschlagen.“
Auslöser: „Als ich sagte, ich liebe es, allein zu reisen, meinte sie nur ‚Aha‘ und wechselte das Thema.“
Bedürfnis: „Ich habe das Bedürfnis, dass meine Leidenschaften gesehen und gewürdigt werden, nicht ignoriert.“
Der Nutzen: Diese Methode verhindert, dass Sie pauschal „der falsche Mensch“ denken. Stattdessen identifizieren Sie konkret, welche Ihrer Kommunikations- oder Wert-Bedürfnisse erfüllt oder missachtet wurden. Das gibt Ihnen Macht: Sie können entscheiden, ob Sie dieses Bedürfnis beim nächsten Mal klarer kommunizieren oder es als essentiellen Filter für Kompatibilität nutzen.
