
Um Erfolg zu verstehen, muss man auch das Scheitern analysieren. Die Datenbank erlaubt Einblicke in die häufigsten Gründe, warum Kontakte im Sande verlaufen oder Dates nicht zu Beziehungen führen.
Abbruchpunkte im Prozess – Die „Leaking Pipeline“:
Vom Match zum Chat (ca. 50% Abbruch): Häufigste Gründe: Generische erste Nachricht führt zu keiner Antwort, oder es gibt nach 2-3 Nachrichten kein gemeinsames Gesprächsthema.
Vom Chat zum ersten Date (ca. 70% Abbruch der verbliebenen): Hier scheitert es oft an mangelnder Initiative („Man könnte ja mal…“), an aufkommenden Dealbreakern in der Kommunikation oder einfach daran, dass die Dynamik einschläft.
Vom ersten zum zweiten Date (ca. 50% Abbruch): Der häufigste Grund ist mangelnde „Chemie“ im realen Leben – die virtuelle Sympathie überträgt sich nicht in die persönliche Begegnung. Auch unklare Signale nach dem Date (keine/nur zögerliche Nachbereitung) sind fatal.
Von mehreren Dates zur Beziehung (ca. 80% Abbruch): Die große Hürde. Scheitern tut hier an der Entdeckung grundlegender Inkompatibilitäten in Lebensstil, Werten (Kinder, Finanzen, Ortsgebundenheit) oder an mangelnder Konfliktfähigkeit.
Psychographische Fehlerquellen:
Das „Paradox of Choice“: Je mehr Optionen (Matches), desto höher die Unzufriedenheit und die Tendenz, bei kleinsten Unstimmigkeiten abzubrechen.
„Grass is Greener“-Syndrom: Die ständige Verfügbarkeit neuer Profile verhindert, sich auf eine Person wirklich einzulassen.
Projektionsfalle: Man verliebt sich in die Idee einer Person, basierend auf dem Profil, nicht in die reale Person mit ihren Eigenheiten.
Datengestützte Gegenstrategien:
Qualitative Limitation: Sich bewusst auf wenige, vielversprechende Gespräche konzentrieren.
Frühe Realitätschecks: Zügig zum Telefonat/Videocall oder niedrigschwelligen Treffen übergehen, um Projektionen abzubauen.
Fehlerkultur: Ein „gescheitertes“ Date ist kein persönliches Versagen, sondern ein normaler Schritt im Selektionsprozess. Daten zeigen, dass durchschnittlich 10-15 erste Dates nötig sind, bevor eine feste Beziehung entsteht.
Fazit: Die Analyse der Fehlschläge entmystifiziert das Dating. Sie zeigt, dass Abbruch nicht nur normal, sondern der statistische Regelfall ist. Erfolg bedeutet, diese Pipeline mit Geduld, Selbstreflexion und klarer Kommunikation zu durchlaufen, anstatt sich von den vielen natürlichen „Filterpunkten“ entmutigen zu lassen.
